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Die zweite Twitterweinverkostung #twv

Am Montag zeigte sich wieder einmal mit der zweiten Twitterweinverkostung (#twv) die interaktive Fähigkeit des Web 2.0. Diverse Wein-Twitterer setzten sich mit geöffneter Flasche vor ihren Computer, verkosteten Wein und veröffentlichten parallel ihre Eindrücke via Twitter. Daneben ermöglichte ihnen die Plattform eine kleine, wenn auch zeichentechnisch eingeschränkte Diskussion über die Qualität der Weine.
Der Dresdner Weinhändler @superiore_de stellte Interessierten für kleines Geld zwei Flaschen Wein zur Verfügung – so wie es bei der ersten #twv (damals unter dem Label #Probiersalesday) die Hamburger @Weinlounge tat. Via Twitter einigte man sich auf ein Datum, an dem die Verkostung stattfinden sollte.

Als interessant und auch lustig stellte sich die Aktion heraus. Man kann seine eigene Wahrnehmung des Weines am heimischen Schreibtisch mit der der Mit-Twitterer abgleichen. Bei der Beurteilung des Weines wird deutlich, dass es durchaus auch zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen kann. Hier kann durch die Heterogenität der Gruppe ein dynamisches Potential entstehen – unterschiedliche Erfahrungen und Wissensstände sorgen für differenzierte Beurteilungen und Verortungen. So kann ein erfahrener Pinot Grigio-Kenner den Wein anders sehen, als ein passionierter Trinker deutscher Weißweine.
Leider wurden aber auch eklatante Schwächen deutlich. Einige Twitterer hatten an dem Termin keine Zeit, bzw. konnten erst zu einem späteren Zeitpunkt hinzustoßen. Auch schien die Anzahl der Twitterer die sich rückmeldeten geringer, als die Zahl derer, die ein Probepaket bestellt hatten (hier mag ich mich aber auch täuschen) . Im Vorfeld kam die Frage auf, ob denn beide Flaschen an diesem Tag degustiert werden sollten – wobei einige, wie auch ich, nur eine dieser Flaschen verkosteten. So entstanden zwei Fraktionen, was eigentlich nicht im Sinne der Aktion sein konnte. Die Parallelität ging verloren.

In Zukunft sollte die #twv klarer „geregelt“ werden. Nur mit genügend Teilnehmern ergibt eine Fortführung wirklich Sinn. Eine Fraktionierung der Verkostung  ist völlig witzlos, denn dann könnte man seine Verkostungsnotizen auch in Foren vergleichen – die Synchronität wäre verloren.
Noch am Verkostungsabend kam die Frage auf, ob denn nicht hochwertigere Weine verkostet werden sollten. Hier denke ich, wäre eine langsame Steigerung des Preises durchaus möglich, ohne aber zu teuer zu werden. Denn die Aktion sollte für alle Interessierten offen stehen, der Preis kann hier schnell zu einem Ausgrenzungsmechanismus werden. Aber der Wein soll ja auch Spaß machen!
Zu diskutieren wäre auch, ob es denn zwei Weine sein müssen. Durch die Reduktion auf eine Flasche, nimmt die #twv insgesamt weniger Zeit in Anspruch, sie kann somit auch leichter „mal zwischengeschoben“ werden. So wird am 1. Dezember um 20 Uhr der Pinot Noir von Jürgen von der Mark (5,99 € bei REWE) twitterweinverkostet. Und gerade auf dieser Ebene kann man spontan eine #twv ansetzen, wie sich in diesem Fall zeigt. Beim bisherigen System bleibend, könnte man bei zwei Flaschen pro Flasche einen Termin festlegen, so dass die Wahrscheinlichkeit, wenigstens an einer #twv teilnehmen zu können, erhöht wird.

Auf jeden Fall ist die Twitterweinverkostung eine interessante Idee, die trotz der räumlichen Trennung die Weintwitterer noch näher zusammenbringt.

 

Weitere Informationen:

Nachhol-Verkostung des Pinot Grigio am 18. November um 20.30 Uhr

 

Hier noch zwei Links zu Blogeinträgen, die sich inhaltlich mit der letzten #twv auseinandersetzen:

http://www.weinspion.de/2009/11/2005-rosso-di-montalcino-doc-tenuta-vitanza/

http://donsimons.blogspot.com/2009/11/rosso-di-montalcino-tenuta-vitanza-aus.html

 

Infos bezüglich der Pinot-#twv vom 1. Dezember siehe hier:

http://pinot-day.de/2009/11/die-sensorische-validitat/

 

Und dies sind die beiden Weine:

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