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Weinmarketing im Web 2.0 die Zweite: Rotschiefer und Weißburgunder 2009 im #stantonytest

Vor einiger Zeit hat das Weingut St. Antony - benannt nach der Oberhausener Hütte und damit für Wirtschaftshistoriker schon ein Kaufgrund - eine neue Marketing-Kampagne gestartet. Unter der Bedingung sich online (sei es via Blog, Facebook oder Twitter) zu äußern, konnte man ein Weinpaket zur Verkostung ordern. Kostenfrei selbstverständlich.  Natürlich nahm ich an diesem Projekt teil. Die ersten beiden Weine waren schon ausgesprochen gut, wie man bereits bei mir nachlesen kann (s.u.).

Nun erhielten vor ca. 2 Wochen die Teilnehmer bereits ein zweites Paket. Dieses habe ich bereits verkostet, kam aber noch nicht dazu, darüber zu schreiben. Dies will und muss ich nun langsam nachholen.

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Der erste Wein des zweiten Pakets war der 2009 Riesling Rotschiefer:

Der Riesling ist klar und tief strohgelb. In der Nase präsentiert er sich sehr intensiv und vielschichtig, was sehr schön für solch einen jungen Riesling ist. Es finden sich Steinobst, besonders Pfirsich und Aprikose, Limone, gelbe Früchte und etwas Stachelbeere. Neben der Fruchtaromatik finden sich noch Noten von Gras und nassem Stein. Auf der Zunge ist der Wein sehr dicht und mit vollem Körper. Rieslingtypisch hat er einen hohen Säureanteil.  Die Säure ist aber hervorragend eingebunden. Der Wein ist mineralisch, salzige Noten und nasser Stein werden von Steinobst und Zitrusaromen flankiert. Der Rotschiefer hat einen tollen und langen Nachgeschmack. Mich hat dieser Wein vollends überzeugt. Vielmehr sollte der Wein lieber noch für einige Zeit beiseitegelegt werden, damit er sich voll entfalten kann.

Der zweite Wein des Pakets war der 2009er Weißburgunder:

Im Glas blass goldgelb, in der Nase sauber aber etwas verhalten. Aromen von Banane, Birne, reifem Apfel und etwas Nuss. Auf der Zunge wirkt der Wein nicht ganz trocken, was an der ausgeprägten Bananenaromatik liegt. Daneben auch hier Birne und reifer Apfel. Diesem Wein fehlt es eindeutig an Säure. Der volle Körper und die Bananenaromatik lassen einen Gegenspieler vermissen. Dadurch wirkt der Wein ausgesprochen cremig und süß. Als Essensbegleiter kann dies gut funktionieren, wenn man eine Speise wählt, die dies auffängt. Als Solist überzeugt mich dieser Wein leider nicht so sehr. Ich könnte mir vorstellen, dass er aus einem anderen Jahrgang deutlich besser (da mehr Säure) ist.

Letztes Mal dehnte ich  die Verkostung der Weine über mehrere Tage aus. Dies ist diesmal leider nicht möglich. Der Riesling hatte mir so gut geschmeckt, dass ich ihn kurzfristig leeren musste - der Weißburgunder hat mir auch nach einigen Tagen nicht völlig überzeugt.
Beruhigend finde ich, dass der Weißburgunder so ist, wie er ist. Wäre dem nicht so, wäre die Verkostung der St. Antony Weine zu einer Jubelorgie geworden, die meine Neutralität hätte in Frage stellen können.

Links:

Teil 1 des #stantonytests:  http://marcodatini.posterous.com/wein-marketing-im-web-20-bodenschatz-and-rose

Weingut: http://www.st-antony.de
       

 

Posted May 10, 2010